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Was früher als Kinderkrankheit verschrien wurde, wird heute oft als “Trenddiagnose” betitelt. Dabei steckt bei ADHS viel mehr dahinter als reiner Trend: Zwischen Konzentrationsschwierigkeiten und langwieriger Diagnostik leiden Betroffene von ADHS sowohl unter ihrer Störung als auch unter den gesellschaftlichen Stigmata. Wie findet man also den richtigen Umgang?
“Die Konzentration schwankt stark”, “lässt sich häufig ablenken” oder auch “wirkt im Unterricht verträumt” – wer erst im Erwachsenenalter mit ADHS diagnostiziert wird, erinnert sich häufig an solche Passagen im Schulzeugnis zurück. Früher als Zappelphilipp verschrien und heute als “Trenddiagnose” geschmäht, sehen sich Betroffene von ADHS noch immer bestimmten Stigmata ausgesetzt. Andererseits wird die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auf Social Media zur Superkraft, die nur wenige Menschen hätten, hochstilisiert. Das nützt den Betroffenen oft leider nur wenig. Denn die wünschen sich häufig nur eins: Einen passenden Weg, den Alltag mit ADHS erfolgreich zu stemmen.
Was sich bei vielen Betroffenen bereits im Kinder- und Jugendalter abzeichnet, wird oftmals erst mit der Zeit wirklich ernst genommen: ADHS wird insbesondere in jungen Jahren gerne als kindliche Lebhaftigkeit abgetan. Dabei steckt dahinter eine ernstzunehmende Symptomatik – denn ADHS ist eine neurobiologische Störung mit großen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Woher genau diese Störung kommt und was sie auslösen kann, ist noch nicht vollends erforscht. Bekannt ist aber, dass sowohl eine genetische Veranlagung als auch das Umfeld eine große Rolle spielen können. Messbar ist auf jeden Fall, dass bei ADHS-Betroffenen der Dopaminhaushalt im Gehirn gestört ist und einen generellen Dopaminmangel aufweist. Daher stammen die Konzentrations- und Motivationsprobleme, die zur Symptomatik gehören, ebenso wie die Suche nach dem nächsten “Dopamin-Kick” in Form kurzfristiger Belohnung.
Um die Diagnose gesichert stellen zu können, müssen Therapeut:innen und Patient:innen gemeinsam eine umfangreiche Diagnostik durchlaufen. Dabei wird bis in die Kindheit der Patient:innen geblickt, oftmals müssen sie eben auch alte Schulzeugnisse wieder hervorkramen. Aber auch körperliche Untersuchungen und psychologische Tests gehörten zum Prozess. Bei ADHS wird auf drei Kernmerkmale besonders geachtet:
Dabei ist gerade der letzte Punkt spezifisch für ADHS – es existieren jedoch auch Aufmerksamkeitsstörungen, bei denen Hyperaktivität nicht mit ins Gewicht fällt wie beispielsweise der Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS).
“Trendkrankheit ADHS”, so der Vorwurf, nachdem immer mehr Erwachsene sich mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit trauten. Zwar sind die Diagnoseraten seit der Jahrtausendwende tatsächlich gestiegen, mit einem Modephänomen hat das allerdings wenig zu tun. Stattdessen steckt ein Shift in Wissenschaft und Gesellschaft dahinter: ADHS wurde lange Zeit entweder als Kinderkrankheit beschrieben, aus der man mit der Zeit rauswachsen würde, oder gar nicht erst als Diagnose ernst genommen. Mit zunehmender Forschung und einem lauter werdenden gesellschaftlichen Diskurs fanden die Betroffenen der Aufmerksamkeitsstörung immer mehr Gehör und wurden sichtbarer.
Trotz der neu gefundenen Aufmerksamkeit sehen sich Menschen mit ADHS noch immer diversen Stigmata ausgesetzt: Die Annahme, dass ADHS eine “reine Kopfsache” sei und man sich doch “einfach mal konzentrieren” müsse, lässt Betroffene sich häufig hilflos fühlen, wenn ein “simpler” Mindset-Wandel nicht das versprochene Heilmittel ist. Die gleichzeitige Hochstilisierung von ADHS als “Superkraft” auf Social Media drängt Menschen mit ADHS oft in den Vergleich mit anderen: Warum kann ich mein ADHS nicht so zu meinem Vorteil nutzen, wie es all die Influencer:innen angeblich tun? Wieso funktionieren all diese Life Hacks denn nicht, wenn sich der Workload wieder auf meinem Schreibtisch stapelt?
Neben dem zweischneidigen Diskurs rund um die Aufmerksamkeitsstörung leiden die Betroffenen nicht nur zusätzlich unter den gesellschaftlichen Aspekten, sondern auch ganz grundsätzlich unter den Auswirkungen, die die Diagnose auf ihren Alltag haben kann. Während Hyperaktivität sich bei Kindern vor allem durch einen Bewegungsdrang äußert, zeigt sie sich im Erwachsenenalter häufig in Form einer inneren Rastlosigkeit. Betroffene sprechen dabei häufig von einem “Gedankenkarussell”, das sich in ihrem Inneren nonstop dreht und bei dem ein Ausstieg quasi unmöglich scheint.
Dazu kommen obendrauf die Konzentrationsschwäche, eine niedrige Resilienz bei Stress oder die erhöhte Impulsivität, die sich in risikoreichem Verhalten äußern kann. All diese Faktoren erschweren den Alltag als erwachsene Person – ob in der Führung des eigenen Haushalts, der Arbeitsperformance oder auch in sozialen Situationen.
Wer unter ADHS leidet und nicht auf eigene Faust mit der Funktionsweise des eigenen Hirns klar kommt, für den:die ist therapeutische Unterstützung unerlässlich. Dabei wird in vielen Fällen auf medikamentöse Behandlung gesetzt: Mit sogenannten Stimulanzien, die sich auf den Dopaminhaushalt auswirken und so die Balance wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Allerdings fürchten sich viele Betroffene vor einer Wesensveränderung, die durch die Einnahme eintreten könnte – so die Sorge zumindest. In jedem Fall sollten Betroffene sich mit ihren Ärzt:innen austauschen und über die möglichen Aus- und Nebenwirkungen ihrer Medikamente informieren lassen.
Wichtig für das enge Umfeld Betroffener ist vor allem eines: Geduld. Diejenigen, die im Alltag unter den Auswirkungen ihrer ADHS leiden, machen sich höchstwahrscheinlich ohnehin schon Vorwürfe und profitieren ungemein von einem Umfeld, das ihnen die Hand reicht und bei allen Schritten hin zur Stabilisierung zur Seite steht. Ob das die Arbeitskollegin, der Vater oder die enge Freundin sind – dahinter steckt auch nur ein Mensch mit einem eigenen Struggle, der von außen kaum nachvollziehbar ist.
Was früher als Kinderkrankheit verschrien wurde, wird heute oft als “Trenddiagnose” betitelt. Dabei steckt bei ADHS viel mehr dahinter als reiner Trend: Zwischen Konzentrationsschwierigkeiten und langwieriger Diagnostik leiden Betroffene von ADHS sowohl unter ihrer Störung als auch unter den gesellschaftlichen Stigmata. Wie findet man also den richtigen Umgang?
“Die Konzentration schwankt stark”, “lässt sich häufig ablenken” oder auch “wirkt im Unterricht verträumt” – wer erst im Erwachsenenalter mit ADHS diagnostiziert wird, erinnert sich häufig an solche Passagen im Schulzeugnis zurück. Früher als Zappelphilipp verschrien und heute als “Trenddiagnose” geschmäht, sehen sich Betroffene von ADHS noch immer bestimmten Stigmata ausgesetzt. Andererseits wird die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auf Social Media zur Superkraft, die nur wenige Menschen hätten, hochstilisiert. Das nützt den Betroffenen oft leider nur wenig. Denn die wünschen sich häufig nur eins: Einen passenden Weg, den Alltag mit ADHS erfolgreich zu stemmen.
Was sich bei vielen Betroffenen bereits im Kinder- und Jugendalter abzeichnet, wird oftmals erst mit der Zeit wirklich ernst genommen: ADHS wird insbesondere in jungen Jahren gerne als kindliche Lebhaftigkeit abgetan. Dabei steckt dahinter eine ernstzunehmende Symptomatik – denn ADHS ist eine neurobiologische Störung mit großen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Woher genau diese Störung kommt und was sie auslösen kann, ist noch nicht vollends erforscht. Bekannt ist aber, dass sowohl eine genetische Veranlagung als auch das Umfeld eine große Rolle spielen können. Messbar ist auf jeden Fall, dass bei ADHS-Betroffenen der Dopaminhaushalt im Gehirn gestört ist und einen generellen Dopaminmangel aufweist. Daher stammen die Konzentrations- und Motivationsprobleme, die zur Symptomatik gehören, ebenso wie die Suche nach dem nächsten “Dopamin-Kick” in Form kurzfristiger Belohnung.
Um die Diagnose gesichert stellen zu können, müssen Therapeut:innen und Patient:innen gemeinsam eine umfangreiche Diagnostik durchlaufen. Dabei wird bis in die Kindheit der Patient:innen geblickt, oftmals müssen sie eben auch alte Schulzeugnisse wieder hervorkramen. Aber auch körperliche Untersuchungen und psychologische Tests gehörten zum Prozess. Bei ADHS wird auf drei Kernmerkmale besonders geachtet:
Dabei ist gerade der letzte Punkt spezifisch für ADHS – es existieren jedoch auch Aufmerksamkeitsstörungen, bei denen Hyperaktivität nicht mit ins Gewicht fällt wie beispielsweise der Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS).
“Trendkrankheit ADHS”, so der Vorwurf, nachdem immer mehr Erwachsene sich mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit trauten. Zwar sind die Diagnoseraten seit der Jahrtausendwende tatsächlich gestiegen, mit einem Modephänomen hat das allerdings wenig zu tun. Stattdessen steckt ein Shift in Wissenschaft und Gesellschaft dahinter: ADHS wurde lange Zeit entweder als Kinderkrankheit beschrieben, aus der man mit der Zeit rauswachsen würde, oder gar nicht erst als Diagnose ernst genommen. Mit zunehmender Forschung und einem lauter werdenden gesellschaftlichen Diskurs fanden die Betroffenen der Aufmerksamkeitsstörung immer mehr Gehör und wurden sichtbarer.
Trotz der neu gefundenen Aufmerksamkeit sehen sich Menschen mit ADHS noch immer diversen Stigmata ausgesetzt: Die Annahme, dass ADHS eine “reine Kopfsache” sei und man sich doch “einfach mal konzentrieren” müsse, lässt Betroffene sich häufig hilflos fühlen, wenn ein “simpler” Mindset-Wandel nicht das versprochene Heilmittel ist. Die gleichzeitige Hochstilisierung von ADHS als “Superkraft” auf Social Media drängt Menschen mit ADHS oft in den Vergleich mit anderen: Warum kann ich mein ADHS nicht so zu meinem Vorteil nutzen, wie es all die Influencer:innen angeblich tun? Wieso funktionieren all diese Life Hacks denn nicht, wenn sich der Workload wieder auf meinem Schreibtisch stapelt?
Neben dem zweischneidigen Diskurs rund um die Aufmerksamkeitsstörung leiden die Betroffenen nicht nur zusätzlich unter den gesellschaftlichen Aspekten, sondern auch ganz grundsätzlich unter den Auswirkungen, die die Diagnose auf ihren Alltag haben kann. Während Hyperaktivität sich bei Kindern vor allem durch einen Bewegungsdrang äußert, zeigt sie sich im Erwachsenenalter häufig in Form einer inneren Rastlosigkeit. Betroffene sprechen dabei häufig von einem “Gedankenkarussell”, das sich in ihrem Inneren nonstop dreht und bei dem ein Ausstieg quasi unmöglich scheint.
Dazu kommen obendrauf die Konzentrationsschwäche, eine niedrige Resilienz bei Stress oder die erhöhte Impulsivität, die sich in risikoreichem Verhalten äußern kann. All diese Faktoren erschweren den Alltag als erwachsene Person – ob in der Führung des eigenen Haushalts, der Arbeitsperformance oder auch in sozialen Situationen.
Wer unter ADHS leidet und nicht auf eigene Faust mit der Funktionsweise des eigenen Hirns klar kommt, für den:die ist therapeutische Unterstützung unerlässlich. Dabei wird in vielen Fällen auf medikamentöse Behandlung gesetzt: Mit sogenannten Stimulanzien, die sich auf den Dopaminhaushalt auswirken und so die Balance wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Allerdings fürchten sich viele Betroffene vor einer Wesensveränderung, die durch die Einnahme eintreten könnte – so die Sorge zumindest. In jedem Fall sollten Betroffene sich mit ihren Ärzt:innen austauschen und über die möglichen Aus- und Nebenwirkungen ihrer Medikamente informieren lassen.
Wichtig für das enge Umfeld Betroffener ist vor allem eines: Geduld. Diejenigen, die im Alltag unter den Auswirkungen ihrer ADHS leiden, machen sich höchstwahrscheinlich ohnehin schon Vorwürfe und profitieren ungemein von einem Umfeld, das ihnen die Hand reicht und bei allen Schritten hin zur Stabilisierung zur Seite steht. Ob das die Arbeitskollegin, der Vater oder die enge Freundin sind – dahinter steckt auch nur ein Mensch mit einem eigenen Struggle, der von außen kaum nachvollziehbar ist.