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Elke Habekost
Elke Habekost
Redakteurin
Lesezeit:
4 Minuten
Veröffentlichungsdatum
06.10.2026
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Cannabis-Lexikon: Was bedeutet eigentlich 420?
Medizinisches Cannabis

Cannabis-Lexikon: Was bedeutet eigentlich 420?

Cannabis-Lexikon: Was bedeutet eigentlich 420?

Cannabis-Konsument:innen stoßen irgendwann unweigerlich auf diese Zahlen: 420, 4/20 oder den 20. April als Datum. Doch was verbirgt sich dahinter? So viel sei schon einmal verraten: eine geheime Uhrzeit und eine ziemlich erfolglose Schatzsuche.



Bei manchen Zahlen weiß jeder, was damit gemeint ist. 007 steht für James Bond, hinter der „24“ verbirgt sich eine bekannte US-Serie und bei den Ziffern 420 weiß eben (fast) jeder, dass sich dahinter Cannabis verbirgt. Immerhin taucht die Zahl auf T-Shirts und Postern, in Songtiteln, Social-Media-Posts und rund um den 20. April immer wieder auf. Doch warum ausgerechnet 420?



Alles begann mit einer Schatzsuche

Die Geschichte dahinter hat ihren Anfang im Jahr 1971 in Kalifornien . Damals besuchten fünf Freunde die San Rafael High School in Kalifornien. Die Clique rund um Steve Capper, Dave Reddix, Jeffrey Noel, Larry Schwartz und Mark Gravich gab sich selbst den Spitznamen “The Waldos”, weil sie sich häufig an einer Mauer (englisch: wall) traf. Und eines Tages kam eben das Gerücht über eine verlassene Cannabis-Plantage auf, die die fünf jungen Männer gemeinsam suchen wollten, als sie sich nachmittags um 16:20 Uhr (im Amerikanischen 4:20 PM) trafen.


Eine Uhrzeit, die sie ganz bewusst gewählt hatten, um nach dem Unterricht gemeinsam loszuziehen. Als geheimen Code nutzten die Jungs damals zuerst “420 Louis”, um sich an ihren Treffpunkt an der Statue von Louis Pasteur auf dem Schulgelände zu erinnern. Irgendwann blieben aber nur noch die Zahlen 420 übrig. Und das Kuriose dabei: “Die Waldos" haben die verlassene Cannabis-Farm nie entdeckt. Trotzdem blieb der Code weiterhin bestehen. Als geheime Aussage, um gemeinsam Marihuana zu rauchen.




Wie aus “420” ein Cannabis-Code wurde

Was als privater Insider zwischen fünf kalifornischen Schülern begann, hat sich über die Jahre hinweg in der Cannabis-Szene etabliert. Auch deshalb, weil die Waldos eng mit der Musikszene rund um die Rockband “The Grateful Dead” verbunden waren. Und deren Umfeld brachte 420 als Code für Cannabis immer weiter unter die Leute. Bis irgendwann sogar das amerikanische Cannabis-Magazin “High Times” die drei Zahlen nannte und noch weiter verbreitete. Und so wurde aus einer Uhrzeit ein kulturelles Erkennungszeichen, das auch über 55 Jahre später noch in aller Munde ist.



Cannabis-Tag am 20. April

Zum Beispiel beim inoffiziellen Cannabis-Tag, für den der 20. April auserkoren wurde. Immerhin steht die 4/20 in der amerikanischen Schreibweise eben für den 20. Tag des vierten Monats. Also den 20. April.


Rund um dieses Datum finden bis heute Veranstaltungen und Aktionen statt – je nach Land und Szene mit ganz unterschiedlichem Schwerpunkt. Denn die 420 ist längst mehr als nur eine beliebige Zahl. Für viele steht sie für die Cannabis-Kultur, die Gemeinschaft und nicht zuletzt auch den gesellschaftlichen Umgang mit der Pflanze. Inzwischen wird der Tag teilweise auch dafür genutzt, um über Legalisierung, medizinische Anwendung und einen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis zu diskutieren.



420-Mythen: Was stimmt – und was nicht?

Wie es bei allen bekannten Daten und Zahlen so ist, ranken sich natürlich auch um die 420 so einige Geschichten, die dem Faktencheck nicht standhalten.


420 steht für die Anzahl der Wirkstoffe in Cannabis?

Nein. Diese Erklärung gehört zu den bekanntesten Mythen. Cannabis enthält nicht exakt 420 Wirkstoffe.


420 ist ein Polizeicode für Cannabis?

Auch das ist falsch, Die Zahl ist und war nie ein offizieller Polizeicode für Cannabis.


420 stammt aus einem Song von Bob Dylan?

Leider verbirgt sich auch dahinter ein Mythos. Die Entstehung des Begriffs lässt sich vielmehr bis zu den Waldos in Kalifornien zurückverfolgen.


Die Zahl wurde von der Cannabis-Industrie erfunden?

“420” entstand lange vor der heutigen legalen Cannabis-Industrie als Szene-Code. Wer etwas anderes behauptet, sollte sich noch einmal unseren Artikel anschauen.




Was bedeutet 420 heute?

Über ein halbes Jahrhundert nach der misslungenen Schatzsuche der Waldos steht der Begriff noch immer für die Cannabis-Kultur. Allerdings geht es heute nicht mehr um eine einzige Konsumform wie das Rauchen. Vielmehr hat sich aus den Zahlen ein Erkennungszeichen entwickelt, das eng mit einer bestimmten Szene verbunden ist. Allerdings ist 420 kein Wirkstoff-, Qualitäts- oder Dosierungscode. Die Zahl sagt nichts darüber aus, wie ein Cannabisprodukt zusammengesetzt ist oder wie es wirkt.


Und genau das macht die Geschichte so besonders. Weil sich dahinter keine komplizierte wissenschaftliche Formel oder eine Theorie aus dem Labor verbirgt, sondern einfach eine Gruppe Jugendlicher, die zu einer bestimmten Uhrzeit eine vergebliche Schatzsuche unternommen haben.



Schnelles Fakten mehr den Überblick:

  • 420 entstand Anfang der 1970er-Jahre in Kalifornien.
  • Die “Waldos” waren eine Gruppe von Schülern aus San Rafael.
  • Um 4:20 Uhr nachmittags haben sie sich immer getroffen.
  • Die Gruppe suchte nach einer angeblich verlassenen Cannabis-Plantage – fand diese jedoch nie.
  • Über die Grateful-Dead-Szene verbreitete sich der Begriff weiter.
  • 4/20 steht in der amerikanischen Schreibweise für den 20. April.
  • Der 20. April gilt heute als inoffizieller Cannabis-Tag.
  • Die Zahl ist ein kulturelles Symbol und sagt nichts über THC-Gehalt, Qualität oder Wirkung eines Cannabisprodukts aus.

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